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Pressemitteilung: 9. Juli 2026

Das Elektro-Auto als Energie-Speicher vor der Haustür 

Frankfurt am Main, 09.07.2026 – Im Tagesablauf steht Energie aus erneuerbaren Quellen nicht immer dann zur Verfügung, wenn ein hoher Energiebedarf besteht. Diese Lücken lassen sich durch Energiespeicher ausgleichen. Der Erfolg der Energiewende hängt so auch von einer ausreichend großen Kapazität an Energiespeichern ab. Netzbetreiber und Energieversorger errichten aktuell Batteriespeicher mit großen Kapazitäten, um die erzeugte erneuerbare Energie möglichst komplett nutzen und fossile Brennstoffe sparen zu können.

Think inside the box

Viele Speicher müssen aber gar nicht neu gebaut werden, sie existieren bereits und werden ständig mehr: die Batterien von Elektro-Fahrzeugen. Im Alltag parken Autos zu einem großen Prozentsatz des Tages ungenutzt und könnten so zur Zwischenspeicherung von – etwa dank Photovoltaik selbsterzeugter – Energie eingesetzt werden. Das dient der Entlastung von Netzen und trägt zur Senkung der Energiekosten für Haushalte bei. Laut Mark Junker, Abteilungsleiter Netzintegration von Batterien und Speichersystemanalyse an der RWTH Aachen, geht es dabei bereits um einen „sehr, sehr relevanten Beitrag“ von aktuell rund 120 Gigawattstunden Speicherkapazität. Dies sei ein Vielfaches der Kapazität der stationären Speicher, die, bei rund 25 Gigawattstunden liegt (Stand Anfang 2026 laut RWTH Aachen). Voraussetzung: Das E-Auto und die Wallbox müssen für bidirektionales Laden geeignet sein, und zur Steuerung ist ein intelligentes Energiemanagementsystem (HEMS) nötig.

Vom Nutzen des Nutzens

Automobilhersteller und Energieversorger haben bereits Pilotprojekte gestartet oder angekündigt, bei denen die Besitzer von E-Autos Geld verdienen können, wenn sie ihre Akkus als Energiespeicher zur Verfügung stellen. Wird die Batterie des Autos genutzt, spricht man von „V2H – Vehicle to Home“ oder „V2G – Vehicle to Grid“. Bei „V2H“ speist das Auto die gespeicherte Energie zur Nutzung in das Haus, während bei „V2G“ die Energie ins Stromnetz eingespeist wird. „V2H“ optimiert den Eigenverbrauch, beispielsweise der von der eigenen Photovoltaik-Anlage produzierten erneuerbaren Energie. Bei „V2G“ dienen die Akkus im E-Auto als „Schwarmspeicher“ und können Überproduktion von Sonne und Wind auffangen und bei hoher Nachfrage dann wieder ins Netz abgeben.

Die technischen Voraussetzungen stehen grundsätzlich bereits zur Verfügung. Basis dafür ist die Norm ISO-15118 für öffentliche Ladepunkte. Sie wird ab 1. Januar 2027 für alle privaten und öffentlichen Ladestationen zur Pflicht.

Carine Chardon

Carine Chardon Geschäftsführerin der Branchenorganisation GFU Consumer & Home Electronics

»Das E-Auto als Energiespeicher galt lange Zeit als Zukunftstraum. Der Traum ist in Erfüllung gegangen und bereits Teil der Realität. Die technischen Voraussetzungen sind erfüllt und die Nachfrage nach Elektro-Fahrzeugen steigt weiter an. So kann die E-Mobilität auch als ein wichtiger Baustein zur Energiewende beitragen.«

Gemeinsam für eine energieeffiziente Lösung

So bietet beispielsweise der sogenannte „EEBUS“ Steuerungs-Lösungen für diese Anwendungen, speziell auch für die Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge (EVSE). „EEBUS“ ist ein offener, herstellerübergreifender Kommunikationsstandard für intelligentes Energiemanagement in Gebäuden. Eine Hürde stellt aktuell die Möglichkeit, die gespeicherte Energie auch in unterschiedliche Netze abgeben zu können, dar. Hier gilt es, eine gemeinsame Lösung zwischen Automobil-Herstellern und den Betreibern von Ladeinfrastruktur zu finden, damit die immense Speicherkapazität der E-Autos wirkungsvoll für die Energiewende eingesetzt werden kann.

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