Die durch KI getriebene Nachfrage unterscheidet sich grundlegend von der traditionellen Nachfrage nach Konsumgütern. KI-Systeme sind deutlich speicherintensiver und beanspruchen pro Einheit weitaus mehr Kapazität, während die Investitionen der Hyperscaler selbst bei steigenden Preisen stabil bleiben. Sobald Angebotskapazitäten für die KI-Infrastruktur gebunden sind, entziehen sie sich praktisch dem allgemeinen Markt und unterbinden damit die Selbstkorrekturmechanismen, die in der Vergangenheit für Preisstabilität gesorgt haben.
Entscheidend hierbei ist, dass Investitionen dieses Ungleichgewicht kurzfristig nicht beheben können. Neue Produktionsanlagen erfordern Investitionen in Höhe von 10 bis 20 Milliarden US-Dollar. Und es dauert Jahre, bis sie betriebsbereit und effizient sind. Selbst erhöhte Investitionsausgaben bieten nur begrenzte Entlastung, zumal neue Produktionskapazitäten bereits für fortgeschrittene Anwendungen vorgesehen sind. Die Folgen sind bereits spürbar. Auf den Märkten, insbesondere in Europa, sind neben rückläufigen Absatzmengen auch starke Preisanstiege bei Speichermedien zu beobachten, was deutlich macht, wie schnell preisgetriebenes Wachstum an seine Grenzen stößt. Die Zahl der Sonderangebote schrumpft, die Produktpaletten werden gestrafft und die Volatilität nimmt zu, noch bevor es für die Verbraucher zu tatsächlichen Engpässen kommt.