Tech Guide
Die smarte Küche

Küchengeräte, die mitdenken – für mehr Genuss und Komfort

Zuhause kochen und gemeinsam essen – dieser Trend hält an und findet immer mehr Freunde. Ein leckeres Menü in geselliger Runde zählt schließlich zu den schönsten Freizeitbeschäftigungen. Doch nicht in jeder oder jedem steckt auch gleich ein*e Sterneköch*in. Und manchmal muss es einfach schnell gehen, weil die Familie Hunger hat. Wie gut, wenn intelligente Geräte dann hilfreich unter die Arme greifen. Mit dem richtigen Herd, einem vernetzten Kühlschrank oder der smarten Küchenmaschine geht alles leichter von der Hand. Dabei macht auch die Zubereitung mehr Spaß, als Fast-Food-Anhänger sich träumen lassen.

Kochen und backen

Wenn es heiß hergeht …

… hilft ein smarter Herd oder Backofen, einen kühlen Kopf zu behalten. Denn intelligente Geräte übernehmen Aufgaben, die sonst die Aufmerksamkeit des Nutzers erfordern würden. Beispiel Dunstabzug: Warum mit feuchten oder fettigen Fingern die Tasten bedienen, wenn es auch ohne geht? Ein vernetzter Abzug schaltet sich automatisch ein und regelt die Lüftung nach Bedarf.

Der Dunstabzug denkt mit

Besonders smarte Modelle verfügen über einen Sensor, der nicht sichtbar im Luftkanal platziert ist und die Dunstentwicklung misst. Bei zunehmendem Wasserdampf und Gerüchen hebt er die Leistung des Gebläses an und senkt sie am Ende des Kochvorgangs wieder ab. Ein automatischer Nachlauf sorgt dafür, dass sich auch letzte Schwaden verziehen.

Abluft, Umluft oder beides?

Beide Abzugsmethoden haben ihre Vorzüge. Beim Abluftprinzip werden Kochschwaden vom Gebläse nach draußen entsorgt, was besonders effektiv ist. Umluftsysteme filtern Fett und Gerüche heraus, führen die Luft aber in den Raum zurück. Damit eigenen sie sich auch für Küchen ohne Mauerdurchbruch. Moderne Niedrigenergie-Häuser profitieren von dieser Methode besonders, weil keine Heizwärme ins Freie entweicht. Es gibt aber auch Hybrid-Hauben, die beide Verfahren vereinen. So hält winters der Umluftbetrieb die Wärme drinnen, während im Sommer oder beim scharfen Anbraten die Absaugung in Aktion tritt.

1000 und 1 Bauform

Von Haube allein kann schon lange nicht mehr die Rede sein. Ein Dunstabzug kommt heute in vielen Formen daher. Dominierten früher vor allem Wand- und Unterbauhauben das Bild, ergänzt um frei hängende Hauben für die Kochinsel, kommen heute auch Deckenlüfter zum Einsatz. Sie eignen sich gut für eine offene Küchenplanung, weil ihr Montageort hoch oben im Raum den Blick frei schweifen lässt. Die höhenverstellbare Version davon heißt Lifthaube: Per Fernbedienung fährt man sie zum Kochen herunter und hebt den Abzug nach Gebrauch wieder aus dem Sichtfeld – ähnlich wie eine ausziehbare Hängeleuchte. Integrierte LEDs rücken den Arbeitsplatz ins rechte Licht oder verbreiten Stimmung mit farbiger Beleuchtung. Manche Modelle verströmen zusätzlich Duft oder regulieren die Luftfeuchtigkeit im Raum, gesteuert von einer App am Smartphone.

Integriert ins Kochfeld

Soll der Dunstabzug gar nicht zu sehen sein, gibt es Muldenlüfter, auch Downdraft genannt. Eingelassen ins Kochfeld saugen sie die Dunstschwaden dort ab, wo sie entstehen. Vorteil: Die Kochstelle kann ganz frei liegen, zum Beispiel vor einem großen Fenster. Allerdings muss so ein Einbauabzug genug Power haben, damit kein Dunst nach oben entkommt. Prinzipiell sollte die Luft im Raum mehrmals pro Stunde vollständig ausgetauscht werden. Ihr Fachhändler hilft Ihnen bei der Leistungsberechnung.

Displays und Sensoren

Moderne Kochfelder haben noch mehr drauf als Luftzug und gradgenaue Temperaturregelung. Sie passen ihre Induktionsflächen an die Topfgröße an. Wird ein Kochgeschirr verschoben, folgt ihm die Hitze automatisch an seinen neuen Ort – inklusive der gewählten Einstellung. Sensoren für Töpfe und Pfannen verhindern, dass etwas überkocht, anbrennt oder überhitzt. Sie messen kontinuierlich die Wärme und steuern die Elektronik entsprechend. Und wer nicht sicher ist, welche Kochstufe er wählen soll, bekommt von luxuriösen Modellen aktive Unterstützung: Ein farbiges Touch-Display auf der Glasoberfläche macht Vorschläge für das jeweilige Gericht.

Backofen mit Autopilot

Was Autofahrern ihr Navi, ist für Hobbyköch*innen der Rezeptassistent. Mit digitaler Unterstützung können sie sich auf unbekanntes Terrain vorwagen. Ob Soufflé, Strudel oder Schweinebraten: Nach Auswahl einer Speise wählt der Herd oder Backofen selbst die richtige Temperatur. Er legt Dauer und Garmethode fest, schaltet – soweit vorhanden – Dampf oder Mikrowelle hinzu. Besonders einfach geht das per App, wenn der Ofen über das WLAN mit dem Smartphone kommuniziert. Eine Kamera im Backraum streamt das Livebild des Bratens zur App. Selbstverständlich gibt es mittlerweile auch Modelle, die mit Künstlicher Intelligenz den Garvorgang überwachen und berechnen, wann das Essen fertig wird. Den High-Tech-Maschinen unter ihnen gelingt es gar, die Wärmezufuhr so punktgenau zu dosieren, dass einzelne Bereiche der Speisen unterschiedliche Garstufen haben können – roh und durchgebraten, zart und knusprig in einem Gericht.

Die totale Vernetzung

Ein gelungenes Menü, so heißt es, besteht zu gleichen Teilen aus Inspiration und Transpiration. Schwitzen am Herd lässt sich nicht immer vermeiden. Die Ideen fürs Kochen liegen mit vernetzten Geräten aber auf der Hand: per Smartphone. Einige Hersteller arbeiten mit Online-Rezeptdiensten zusammen oder bieten eigene Rezept-Apps an. Der Backofen übernimmt dann seine Einstellungen direkt vom Telefon, am Bildschirm erscheinen die Zubereitungsschritte. Ausnahmsweise mal keine Lust selbst zu kochen? Dann lassen Sie sich doch ein Menü in Sterne-Qualität vom Profi kommen. Der smarte Ofen zu Hause erhitzt es fachgerecht und „auf den Punkt“. Auch diesen Service gibt es bereits.

So clever sind moderne Geräte

Künstliche Intelligenz

Der Backofen erkennt mit einer Kamera im Innenraum verschiedene Gerichte am Aussehen. Sein Assistenzprogramm trifft automatisch die richtigen Einstellungen zum Garen oder Backen. Und hat die Pizza den richtigen Bräunungsgrad erreicht, schaltet es sogar von selbst ab.

Digitaler Spickzettel

Ein Touchscreen im Kochfeld gibt Tipps für die Zubereitung von Speisen. Die Schritt-für-Schritt-Anleitung ist während der Arbeit immer im Blick und spart den Griff zum Kochbuch. Bucheinband und -seiten bleiben sauber.

Gute Luft und Duft

Die Abzugshaube filtert nicht nur Gerüche und Kochdunst aus der Luft, sie verbreitet auch angenehmen Duft. Ein austauschbarer Flakon lässt die Wahl unter verschiedenen Raumparfums – von frisch und minzig bis zum Aroma frisch gebackener Baguettes.

Kochsensoren

Temperaturfühler im Kochfeld und teilweise auch am Kochgeschirr überwachen den Garvorgang. Sie kommunizieren direkt mit der Steuerelektronik des Induktionsfelds, damit nichts mehr überkochen oder anbrennen kann.

Feuchtigkeitssensor

Immer der richtige Mix aus Dampf, Heißluft und Hitze: Ein Multifunktions-Ofen mit Feuchtesensor kontrolliert automatisch das Klima im Backraum. Auch Garen im Vakuumbeutel nach der Sous-Vide-Methode ist damit möglich.

High-Tech-Ofen

Innovative Technologien ermöglichen neue Garmethoden. Elektromagnetische Wellen können zum Beispiel einen Fisch im Eisblock garen, ohne das Eis um ihn herum zu schmelzen. Im Backofen sorgt das für Ergebnisse mit höchster Präzision.

Kommandozentrale

Das Display zeigt nicht nur den Status des Ofens an, es informiert auch über den Betriebszustand anderer Geräte im Haushalt. So lässt sich beim Kochen etwa auch nachschauen, wie lange die Waschmaschine im Hauswirtschaftsraum noch braucht.

Praxis-Tipp

Bei hängenden Dunstabzugshauben sollte der Abstand zur Kochfläche nicht viel mehr als 80 Zentimeter betragen. Wird er zu groß, reicht die Sogwirkung für eine zuverlässige Abluft nicht mehr aus. Alternativ können Sie es auch mit einem stärkeren Modell versuchen.


Intelligente Kleingeräte

Smarte Helfer für jede Küche

Mischen, schneiden, häckseln, rühren und dabei auch noch erwärmen und kochen: Die neuen Alleskönner als Küchenmaschine zu bezeichnen, ist fast schon eine Beleidigung. Zugegeben, die multifunktionalen Mixer beanspruchen so wenig Platz wie ihre Kollegen ohne Kochfunktion. Sie sind aber ungleich vielseitiger: Vom dampfgegarten Fisch über sämiges Risotto und schaumige Hollandaise bis hin zum selbstgemachten Joghurt gelingt alles in einem Topf – gewissermaßen auf Knopfdruck.

Küchenmaschinen, die kochen

Die Ein-Topf-Spezialisten bereiten komplette Gerichte zu. Ihr Edelstahlbehälter erreicht dabei je nach Modell bis zu 200 Grad, was scharfes Anbraten von Fleisch und Gemüse erlaubt. Für weniger hitzige Aktionen genügen auch 120 bis 150 Grad. Mit den Multifunktionsmaschinen kann wirklich jeder kochen. Integrierte Rezeptbücher und ein Display, das die Arbeitsschritte vorgibt, machen es möglich. Wichtig für routiniertere Köche: ein manueller Modus, in dem Werte wie Temperatur, Rührgeschwindigkeit und Zeit von Hand einstellbar sind. Den Babybrei oder die  Saucenreduktion können Sie ja trotzdem der Automatik überlassen. Außerdem gibt es Unterschiede in der Topfgröße und in den Mixfunktionen. Manche Modelle eignen sich gut als Eiscrusher, andere eher weniger.

Der Kaffee ist fertig

Wäre es nicht schön, wenn morgens beim Wecken aromatischer Kaffeeduft durch die Wohnung ziehen würde? Eine smarte Filtermaschine oder ein vernetzter Espresso-Vollautomat machen es möglich. Die zugehörige Smartphone-App legt per WLAN oder Bluetooth nicht nur den Zeitpunkt fest – sie programmiert auch Einstellungen wie Wassermenge und -temperatur, die Brühdauer und wie viel Milchschaum gewünscht ist. So erhält jedes Familienmitglied sein individuelles Lieblingsgetränk.

Die ideale Brühtemperatur

Wer Kaffee oder Tee lieber mit der Hand aufbrüht, profitiert ebenfalls von smarter Technik. Ein programmierbarer Wasserkocher sorgt zur gewünschten Zeit für heißes Wasser. An manchen Modellen ist die Zieltemperatur gradgenau einstellbar. So brüht Kaffee bei idealen 95 Grad, ein Grüner Tee bekommt die bevorzugten 60, 70 oder 80 Grad. Besonders intelligente Geräte kochen das Wasser vorher ab und schicken eine Nachricht zum Smartphone, sobald es auf die gewünschte Temperatur abgekühlt ist. Weitere Beispiele für praktische Küchenhelfer gibt es viele – vom Timer-gesteuerten Brotbackautomaten über die Heißluftfritteuse mit Rezept-App bis zur Küchenwaage, die Kalorien zählt.

Saugroboter machen sauber

Wo gehobelt wird, da fallen Späne. Und wer kocht, lässt schon mal Krümel auf den Boden fallen. Auch Mehl und Reis landen häufig dort, wo sie nicht hingehören. Ein Saugroboter kümmert sich darum. Per App-Befehl fährt er nach dem Aufräumen in die Küche und sammelt die Reste auf. Für Hobbyköch*innen, die zum Kleckern neigen, ist auch ein Wischroboter interessant. Meist handelt es sich um Kombigeräte, die im selben Arbeitsgang saugen und mit einem feuchten Mikrofasertuch oder Mopp den Boden wischen. Modelle mit Wassertank sind dabei prinzipiell im Vorteil und einfacher zu bedienen – weil das Flies nicht vor dem Reinigungsdurchgang von Hand angefeuchtet werden muss.

Praxis-Tipp

Nicht nur die Geräte machen eine Küche smart, auch die richtige Organisation ist wichtig. Sind Gewürze und Werkzeuge wie der Pfannenwender griffbereit? Wissen Sie, was Sie im Lauf der Woche kochen und dafür einkaufen möchten? Etwas Vorbereitung hilft, Zeit und Nerven zu sparen.

Geschirrspülen

Dosier-Automatik und andere Raffinessen

Erst wurden Geschirrspüler immer sparsamer und leistungsfähiger. Jetzt hält die Vernetzung Einzug in die Maschinen. Eine wachsende Zahl an Modellen ist ab Werk mit einem WLAN-Modul ausgestattet. Es stellt – wie in anderen smarten Geräten – drahtlos eine Verbindung zum Router her. Damit ergeben sich viele neue, komfortable Funktionen.

Bedienung per App

Die Auswahl des richtigen Spülprogramms kann knifflig sein. Aber nicht, wenn eine Smartphone-App dabei hilft. Mit Programmen für Android oder iOS ergänzen viele Hersteller die Bedienung am Gerät. Der Trick: Statt Knöpfe zu drücken, geben Sie am Bildschirm die Art des Geschirrs und den Verschmutzungsgrad ein. Den Rest erledigt die Maschine mit ihren Sensoren. Während des Spülgangs lässt sich der Ablauf in der App verfolgen, und am Ende erhalten Sie eine Push-Nachricht aufs Telefon: Aufgabe erledigt. Der Fernstart von unterwegs aus ist per Smartphone natürlich ebenso möglich.

Automatische Dosierung

Noch komfortabler wird es, wenn die Maschine ihren Reiniger aus einem integrierten Vorrat bezieht. Manche Modelle bieten diese Funktion zusätzlich zur klassischen Methode mit Tabs an. Vorteil: Einfüllen von Hand entfällt, wodurch der Programmablauf jederzeit und ohne Vorbereitung starten kann. Außerdem dosiert der Geschirrspüler die Menge des Pulvergranulats nach Bedarf. Stellt der Sensor im Gerät noch Verschmutzung fest, wird automatisch nachgelegt. Durchschnittlich reicht eine Füllung für 20 Spülgänge. Geht das Reservoir zur Neige, lässt sich online per App Nachschub bestellen. Doch auch wer klassische Tabs bevorzugt, muss auf digitale Unterstützung nicht verzichten. Einige Geräte verfügen über einen Countdown: Der Nutzer gibt die Menge gekaufter Tabs in seine App ein, dann zählt das Programm herunter und warnt, wenn nur noch fünf Portionen übrig sind. Wer mag, kann auch automatisch eine Bestellung auslösen, damit der Vorrat niemals ausgeht.

Digitaler Kundendienst

Besonderer Service: Bei technischen Problemen stellt die Smartphone-App eine Verbindung zum Support des Herstellers her. Mitarbeiter können über das Internet eine Ferndiagnose durchführen und nach dem Fehler suchen. Ist das Problem vom Kunden selbst zu lösen, leitet ihn das Support-Team an. Andernfalls schaut der Fachmann vorbei, um den Fehler zu beheben. Alle nötigen Ersatzteile hat er, dank Ferndiagnose, dann gleich dabei.

Praxis-Tipp

Spülmaschinen-Tabs und -Reinigungspulver enthalten waschaktive Substanzen wie zum Beispiel Enzyme. Diese Stoffe zersetzen sich mit der Zeit, wodurch das Spülmittel an Reinigungskraft verliert. Es lohnt sich daher nicht, großen Mengen auf Vorrat anzuschaffen. Tabs und Reiniger am besten innerhalb eines Jahres verbrauchen.

Kühlen und Gefrieren

Alles frisch – mit vernetzten Geräten

Der Internet-Kühlschrank, der selbst Milch nachbestellt, ist so legendär wie unverwirklicht. Immer noch eine Zukunftsvision, die wohl nicht so schnell Realität wird. Dass smarte Technik in Kühl- und Gefriergeräten aber trotzdem viele Vorteile bringt, zeigen aktuelle Modelle.

Kamera im Kühlschrank

Auf dem Weg zum Einkauf geht das Rätselraten los: Ist noch Sahne da? Reicht das Bier für einen Fernsehabend mit Freunden? Haben die Kinder den Nudelsalat vom Vortag aufgegessen? Wer jetzt von unterwegs einen Blick in den Kühlschrank werfen kann, ist klar im Vorteil. Mit Kameras im Innenraum ist das kein Problem: Einfach das Smartphone zücken, die App öffnen und nachsehen. Und da die Internetverbindung in beide Richtungen funktioniert, lässt sich das Frischezentrum von unterwegs auch fernbedienen. So schalten Sie bereits im Supermarkt den Superfrost-Betrieb ein. Damit der Schrank für die zusätzlichen Getränkeflaschen vorgekühlt ist.

Touchscreen in der Tür

Side-by-Side-Geräte sind ein zentraler Anlaufpunkt in jeder Küche. Doch smarte Technik rückt sie noch mehr ins Zentrum des Interesses. Die Rede ist vom Bildschirm in der Tür. Ein Touchscreen verwandelt den Kühlschrank in eine digitale Pinnwand. Familienmitglieder können sich Nachrichten darauf hinterlassen oder ihre Kalender einsehen. Das Display streamt Videos vom Smartphone und von kompatiblen TV-Geräten desselben Herstellers. Rezept-Apps machen Menüvorschläge oder spielen Kochvideos mit der Zubereitung ab – auf Wunsch auch alles per Sprachsteuerung. Praktischer Nebeneffekt: Über Kühlschrank-Kameras lässt sich ein Blick in den Innenraum werfen, ohne die Tür zu öffnen.

Modelle mit Durchblick

Ein anderer Weg, um Kälteverlust durch häufiges Türöffnen zu vermeiden: Der Hersteller baut Scheiben aus schaltbarem Glas in den Kühlschrank ein. Es ist im Alltag undurchsichtig, kann aber elektrisch seine Transparenz verändern. Sobald Sie mit dem Finger an die Tür klopfen, wird die Isolierglasscheibe klar und gibt den Blick ins Innere frei. Ein ebenso verblüffender wie praktischer Effekt, der ohne Internet und Smartphone funktioniert.

Praxis-Tipp

Manche Kühlschrank- und Hausgeräte-Hersteller bieten Vernetzung zum Nachrüsten an. Ein Funkmodul verbindet die Geräte dann mit dem Internet – um zum Beispiel Sprachsteuerung mit Alexa zu nutzen oder Störungsmeldungen auf dem Handy zu empfangen.

Smart Home-Integration

Gemeinsam geht mehr

Von der smarten Küche zum vernetzten Haus ist es nur ein kleiner Schritt. Wer seine Küchengeräte übers heimische Netzwerk mit anderen Produkten verbindet, kommt in den Genuss neuer Funktionen. So blinkt etwa eine Deckenlampe zur Erinnerung, wenn das Spülprogramm sein Ende erreicht hat. Wichtig: Damit die Integration klappt, müssen die Produkte miteinander harmonieren. Das ist nur bei bestimmten Marken der Fall.

Sprachsteuerung mit Alexa & Co.

Zu den beliebtesten Anwendungen gehören digitale Sprachassistenten wie Alexa, Bixby und der Google Assistent. Abhängig vom Gerät bieten sie verschiedene Möglichkeiten. So öffnet der Assistent zum Beispiel die Backofentür, wenn man beide Hände voll hat. Ein sprachgesteuerter Motor macht’s möglich. Oder der Dunstabzug schaltet sich auf Zuruf ein. Befehle nimmt meist ein WLAN-Lautsprecher entgegen, auch Smart Speaker genannt. Küchengeräte mit eigenem Mikrofon sind selten. Vorteil der externen Lösung: Der Lautsprecher kann auf Nachfrage Informationen zum Gerätestatus liefern oder die Bedienung erläutern – und Sie sind nicht dauerhaft auf einen spezifischen Sprachassistenten festgelegt.

Smart Home-Systeme und -Dienste

Hausgeräte-Hersteller, die über eigene Smart Home-Produkte verfügen, stellen innerhalb ihres Sortiments und des eigenen technischen Ökosystems die Verbindung her. Backofen & Co. integrieren sich dann ohne Aufwand in die Haussteuerung. Bilder der Haustürkamera erscheinen auf dem Display am Kühlschrank. Zur Vernetzung über Herstellergrenzen hinweg gibt es außerdem Online-Dienste wie Conrad Connect oder IFTTT. Sie leiten Steuerbefehle übers Internet von einem Gerät zum anderen. Auch Rezept- und Lieferdienste finden auf diesem Weg Anschluss an die smarte Küche.

Cleveres Energiemanagement

Ein Thema, das künftig noch mehr an Bedeutung gewinnen wird, ist die Energieeffizienz im Haushalt. Dabei unterstützen vernetzte Küchengeräte gleich doppelt: Sie zeigen ihren aktuellen Verbrauch in der App an und lassen sich übers Netzwerk steuern. Ein Smart Home mit Photovoltaik kann so zum Beispiel den Geschirrspüler starten, wenn die Sonne scheint und Energie günstig ist. Auch variable Tarife der Stromversorger, bei denen der Preis pro Kilowattstunde den Tag über schwankt, lassen sich mit smarten Geräten optimal ausnutzen.

Praxis-Tipp

Ein sprachgesteuerter Lautsprecher spart die Küchenuhr. Er sagt auf Zuruf die Zeit an und stellt beispielsweise den Timer zum Backen oder Eierkochen. Auch mehrere Countdowns gleichzeitig sind auf diese Weise möglich – inklusive Ansage der Restzeit.

Smartes Zubehör – Upgrades, die das Leben erleichtern

 

Es muss nicht immer gleich ein neuer High-Tech-Backofen sein. Manchmal genügen Kleinigkeiten, um aus einfacher Kost ein exquisites Gericht zu zaubern. Diese Küchenhelfer machen auch unvernetzte Küchen smarter.

Smartes Display

Man nehme: Einen Sprachassistenten wie Alexa oder den Google Assistant und spendiere ihm einen Bildschirm. Fertig ist das smarte Display. Die Geräte mit Sprachsteuerung eignen sich gut als Kochbuch mit Zugriff auf Tausende von Rezepten im Internet. Bebilderte Schritt-für-Schritt-Anleitungen führen durch die Zubereitung. Und was normale Smart Speaker ohne Bildschirm können, kann das Display natürlich auch.

Sensor-Kochsystem

Ein drahtloser Bluetooth-Sensor kommt in den Topf oder in die Pfanne. Die App auf dem Smartphone überwacht den Garvorgang und steuert das mobile Kochfeld so, dass nichts anbrennt, überkocht oder zäh wird. Die Rezeptdatenbank der App weiß immer genau, was zu tun ist und liefert Anleitungsvideos zum Gericht. Das Trio gibt es übrigens auch mit Kochfeldern für den Festeinbau – mit oder ohne integrierten Dunstabzug.

Digitaler Kräutergarten

Mit einem smarten Gewächshaus können Sie das ganze Jahr über frische Küchenkräuter ernten. LED-Licht und Bewässerung sind automatisch gesteuert. Bei Modellen mit App erhalten Sie außerdem Tipps für die Aufzucht und Hinweise, wann der Wassertank nachzufüllen ist. Spezielle Samenkapseln vom Hersteller machen die Handhabung leicht. Verschiedene Kräutersorten, Salate und sogar essbare Blumen stehen zur Wahl.

Grüner Schrank

Zur Abwechslung mal kein Kühlschrank, sondern ein wohltemperiertes Gewächshaus. Die Luxusversion eines smarten Minigartens bietet alles, was Salate und Kräuter zum Gedeihen brauchen: sensorgesteuertes Licht und Feuchtigkeit, ein simuliertes Frühlingsklima und regelmäßig aktualisierte Kontrolldaten aus der Cloud. In beiden Schubladen lassen sich bis zu acht Pflanzenarten gleichzeitig ziehen.